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Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Koexistenz in der Landwirtschaft

Koexistenz nennt man in diesem Zusammenhang das Nebeneinander verschiedener Anbauformen: der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen, der konventionelle Anbau ohne Gen-Pflanzen und der ökologische Landbau, der keinen Anbau von Gen-Pflanzen erlaubt. Werden gentechnisch veränderte Sorten angebaut, so kann der Pollen dieser Pflanzen durch Wind und Insekten auf nicht veränderte Sorten oder auf verwandte Wildpflanzen übertragen werden. Ebenfalls problematisch sind die Kontaminationswege durch Erntemaschinen oder durch Verluste beim Transport. So könnten gentechnisch veränderte Stärkekartoffeln beim Transport auf Felder mit konventionell erzeugten Pflanzen fallen bzw. nach der Ernte auf dem Feld zurückbleiben und zum unerwünschten Durchwuchs führen.

Damit Landwirte auch weiterhin Pflanzen ohne gentechnische Veränderungen anbauen und Verbraucher/innen Lebensmittel ohne Gentechnik konsumieren können, müssen vielfältige Maßnahmen eingehalten werden, um Verunreinigungen zu vermeiden bzw. zu minimieren. Diese Maßnahmen unterscheiden sich abhängig von Pflanzenart, Anbau- und Standortbedingungen (z.B. Klima, geografische Lage) und betreffen Anbau (z.B. Abstandsflächen zwischen den jeweiligen Feldern), Ernte, Transport und weitere Stufen bis ins Ladenregal. Während solche Schutzmaßnahmen – unter erheblichem finanziellen Aufwand für die Trennung der Warenströme – für Mais oder Kartoffeln vorstellbar sind, gilt jedoch Raps als nicht koexistenzfähig. Die Erfahrung zeigt, dass es immer wieder zu Rechtsverstößen und zu Pannen bei Transport oder Lagerung kommen kann. 2006 waren Reislieferungen aus den USA mit der in der EU nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Reissorte LL6101 kontaminiert. Allein in Deutschland mussten 10.000 Tonnen Reis in Rückrufaktionen vom Markt genommen werden.

Fest steht, dass mit dem Anbau von Gen-Saaten die gentechnikfreie Landwirtschaft und die Wahlfreiheit der Verbraucher/innen zunehmend gefährdet werden.

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Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Brandenburg e.V., Templiner Straße 21, 14473 Potsdam
Sie finden es im Internet unter: http://www.vzb.de/link392741A.html