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Açaí

Die Kohlpalme (Euterpe oleracea), auch Jucara-, Assai-Palme oder Açaí genannt, ist eine Palmenart, die vor allem am unteren Amazonas wächst. Gegessen werden sowohl die Palmherzen als auch die Früchte.

Die Früchte sind 1-1,4 Zentimeter groß, zunächst rötlich und sehr glänzend. Im richtigen Erntestadium ("turia") haben sie eine feine purpurrote - bei Vollreife fast schwarze – Haut mit einer dünnen Wachsschicht. In dieser Phase ist der Gehalt an Antioxidantien am größten. Der richtige Erntezeitpunkt ist damit ein wichtiges Qualitätskriterium; vielfach werden die Beeren wegen der großen Nachfrage inzwischen zu früh gepflückt.

Der Geschmack der Beeren selbst und auch des Safts wird als fettig, erdig, adstringierend (die Haut zusammenziehend) beschrieben. Gesüßt mit Guarana-Sirup soll der Saft kakaoähnlich schmecken. Das Aroma ist im Vergleich zu anderen tropischen Früchten, die meist frisch gegessen werden, eher schwach. Für die angebotenen Produkte wird in der Regel mit Wasser verdünntes Fruchtmark (Pulpe) unterschiedlichster Qualität verwendet. Je Liter kostet der Saft (mit bis zu 25 Prozent Säften aus anderen Früchten) etwa 23 Euro.

Die Werbung


In ihrer Werbung sprechen Firmen gern von einer "Superbeere" mit einer kaum glaublichen Konzentration an Antioxidantien und lebenswichtigen Fettsäuren. Antioxidantien (zum Beispiel Vitamine und Mineralstoffe) tragen dazu bei, im Körper die so genannten freien Radikalen unschädlich zu machen. Açaí-Produkte sollen bei Erschöpfung und zahlreichen Krankheiten helfen, beispielsweise bei Herzproblemen, Krebs und degenerativen Erkrankungen. Insbesondere sollen sich die Beeren-Erzeugnisse für Sportler eignen.

Die Wirklichkeit


Açaí enthält reichlich Mineralstoffe, für eine Frucht sehr viel Calcium (133-309 Milligramm je 100 Gramm) und Anthocyane (dunkelroter Pflanzenfarbstoff). Die Beeren sind für eine Frucht mit 250 Kilokalorien pro 100 Gramm recht kalorienreich, da sie zu fast 50 Prozent aus Fett bestehen. Die mittlere Pulpe (Medium Açaí) weist noch fünf bis acht Prozent Fett auf. Dafür ist der Zuckeranteil im Beerensaft mit 3,6 Prozent gering. Damit ähnelt die Beere ein wenig der Olive.

Den Ruf als Superbeere verdankt Açaí allerdings ihrem hohen Anthocyan-Gehalt und den vielen positiven Gesundheitswirkungen (antioxidativ, Radikalfänger), die man den Anthocyanen ganz allgemein zuschreibt. Tests zur antioxidativen Wirkung von Açaí wurden allerdings nur im Labor vorgenommen, es liegen bisher keinerlei klinische Studien vor, die behauptete Wirkungen belegen.

Quintessenz


Wunder sind nicht zu erwarten; schaden wird Açaí aber auch nicht, wobei allerdings allergische Reaktionen gerade bei exotischen Lebensmitteln nie auszuschließen sind.

Weiter:


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Brandenburg e.V., Templiner Straße 21, 14473 Potsdam
Sie finden es im Internet unter: http://www.vzb.de/link498961A.html