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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Brandenburg

06.02.2009
Banken in der Vertrauenskrise
Verbraucherzentrale appelliert an Geldinstitute

In fast allen Verbraucherzentralen spielen sich die gleichen Szenen ab. Ratlose, häufig aber auch verbitterte und wütende Menschen fühlen sich von ihrer Hausbank getäuscht und im Stich gelassen. Meistens sind es ältere Verbraucher, Senioren, die ihr Leben lang gespart hatten. Nun sehen sie ihre Ersparnisse dahin schmelzen. In manchen Fällen ist alles verloren.
Natürlich ist das nur ein Teil der Wirklichkeit. Man muss sich hüten, alle Banken pauschal zu verurteilen. Und gewiss nicht alle Bankberater haben ihren Kunden gefährliche Papiere aufgeschwatzt.
Aber gleichwohl kam es in den letzten Wochen und Monaten für die Verbraucherberater zu teilweise erschreckenden Erkenntnissen. Wohl kaum hat einer geahnt, wie viele Senioren ihre gesamten Ersparnisse in risikobehafteten Fonds angelegt hatten oder sogar in den Zertifikaten der Lehman Bank, die heute praktisch wertlos sind.
Durchgängig lässt sich sagen, dass nicht etwa die Senioren von sich aus in die riskanten Anlagen gestürmt sind. Die Initiative ging grundsätzlich von den Banken aus. Die Senioren hatten Sparkonten und Tagesgeld. Sie waren auf Sicherheit bedacht. Aktien, so wussten sie, sind heftigen Schwankungen ausgesetzt. Aber sie investierten ja nicht in Aktien, so wurde ihnen versichert. Formell richtig: Es waren Aktienfonds. Der Effekt ist der Gleiche. Noch schlimmer sind die dran, die wohl eher nach dem Zufälligkeitsprinzip Lehman-Zertifikate verkauft bekommen haben. Ihnen droht der Totalverlust, wenn nicht die vermittelnde Bank zum Schadenser-satz verpflichtet ist.
Es ist ein Bild entstanden, bei denen die Banken eine ganz schlechte Figur machen. Ihre Berater werden als "Verkäufer" empfunden, nur auf den eigenen Vorteil bedacht.
Die Banken sind rechtlich im Vorteil. Um Schadensersatz zu bekommen, muss der Kunde die Falschberatung nachweisen. Das wird nur in wenigen Fällen gelingen. Aber auch sonst muss sich die Bank vor ihren älteren Kunden nicht fürchten. Ihnen fehlen meistens die Kraft und der Mut, sich auf einen Rechtsstreit mit der mächtigen Bank einzulassen.
Die Asymmetrie von Wissen und Macht zwischen dem Kunden und der Bank ist angesichts der verzweifelten Situation der älteren Bürger nur schwer zu verkraften.
"Mein Appell an die betroffenen Banken: Seien Sie großzügig! Akzeptieren Sie eine Beweislastumkehr auch ohne gesetzliche Regelung! Regeln Sie die Fälle schnell und ersparen Sie Ihren Kunden langwierige Prozesse", fordert der Vorsitzende der Verbraucherzentrale Brandenburg Jochen Resch. "Nur so können die Banken das Vertrauen ihrer Kunden wiederge-winnen".



Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Brandenburg, Templiner Strasse 21, 14473 Potsdam
Sie finden es im Internet unter: http://www.vzb.de/link540841A.html