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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Brandenburg
10.02.2009
Natürliche Fruchtsüße in Maßen genießen
Verbraucherzentrale: Zuviel kann Probleme verursachen
Fructose, Inhaltsstoff von vielen Obst- und Gemüsesorten, gilt für die meisten Verbraucher als gesund. Und manch einer zieht daraus den Umkehrschluss, dass Lebensmittel, denen Fructose zugesetzt wurde, besonders empfehlenswert seien. Auch die Lebensmittelindustrie setzt zunehmend auf diesen Trugschluss. Werbeaussagen wie "mit der Süße aus Früchten" oder "ohne Kristallzucker" zeugen davon. "Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen aber, dass zuviel zugesetzte Fructose Übergewicht und das Ansteigen der Harnsäurewerte im Blut fördert", warnt Heidrun Franke, Leiterin des Ernährungsprojekts der Verbraucherzentrale Brandenburg. Da Fruchtzucker selbst nicht zur Ausschüttung von Insulin führt, erhält unser Gehirn auch bei hohem Konsum kein Sättigungssignal. So wird schnell mehr gegessen, als der Körper braucht. Doch die Verführung lauert permanent. In den Zutatenlisten vieler Lebensmittel ist Fruchtzucker zu finden; insbesondere Getränke, Joghurts, Eis, Süßwaren, Konserven und Feinkostsalate enthalten neben oder anstelle von Saccharose (Haushaltszucker) auch Fruchtzucker. Die Kennzeichnung erfolgt auch mit den Begriffen Fruktose, Fruchtsüße, Apfelfruchtsüße oder Glucose-Fruktose-Sirup und lässt Lebensmittel weniger süß erscheinen. Ein Marktcheck der Verbraucherzentralen vom Sommer 2008 ergab, dass beispielsweise fast jeder zweite probiotische Joghurt (16 von 39) einen Zusatz von Fruchtzucker oder Fruktose-Glucose-Sirup enthielt. Fruchtzucker lässt sich zudem preisgünstig aus Mais herstellen und hat eine um 20 Prozent höhere Süßkraft als der übliche Haushaltszucker, somit ist er auch aus Herstellersicht die "gesündere", da preiswertere Alternative mit "Naturimage".
Aber neben der Appetit steigernden Wirkung hat der zunehmende Fruchtzuckerzusatz eine weitere Schattenseite: Ein großer Anteil der Bevölkerung – die Dunkelziffer ist hier hoch – hat ein spezielles Problem, eine Fruktosemalabsorption. Diese äußert sich ähnlich wie ein Reizdarmsyndrom mit Schmerzen im Unterbauch, Blähungen und Diarrhöen. Auch Schwindel, Übelkeit, Hitzewallungen, Schwitzen und Kopfschmerzen können zum Krankheitsbild gehören. Diese Unverträglichkeit von Fruchtzucker ist darauf zurückzuführen, dass im Dünndarm dieser Menschen der Fruchtzucker nicht aufgenommen, im Dickdarm dann aber von Bakterien zu Wasserstoff, Kohlendioxid, Methan und kurzkettigen Fettsäuren verarbeitet wird. Verbraucher mit diesen Symptomen brauchen nicht völlig auf Obst zu verzichten, denn kleine Mengen Fruchtzucker werden in der Regel ganz gut vertragen, insbesondere, wenn der Magen nicht ganz leer ist. Aber gerade durch den unbemerkten Fruchtzuckerzusatz kann diese noch verträgliche Menge leicht überschritten werden. Wer vermutet, dass er eine Fruchtzuckerunverträglichkeit hat, sollte sich Klarheit verschaffen: Mit einem Atemtest kann der Arzt dies ermitteln. Und sollte sich der Verdacht bestätigen, rät Verbraucherschützerin Franke zum genauen Blick auf die Zutatenliste, damit sich nicht unbemerkt ein "Zuviel" an Fruchtzucker einschmuggelt.
Individuellen Rat erhalten Betroffene
von den Ernährungsberaterinnen in den Beratungsstellen,
Terminvereinbarung unter 01805 / 00 40 49 jeden Mo bis Fr von 9 bis 16 Uhr (14 Ct/min a. d. dt. Festnetz, Mobilfunk abweichend) - sowie
am Beratungstelefon unter 01805 / 79 13 52 jeden Mo, Mi, Do von 10 bis 16 Uhr (14 Ct/min a. d. dt. Festnetz, Mobilfunk abweichend).
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

