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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Brandenburg

17.03.2009
Kinder brauchen keine Extrawürste
Verbraucherzentrale: "Kinderprodukte" teurer statt gesünder

Auf eine wahre Vielfalt angeblich "maßgeschneiderter" Produkte für Kinder traf ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Brandenburg. Sie sah sich im Februar 2009 verschiedene Lebensmittel in Reformhäusern, Bioläden, Supermärkten und bei Discountern an. 107 kinderbezogene Angebote tummelten sich in den Regalen: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) lockt mit einer Anreicherung mit Vitaminen und Mineralstoffen, die anderen ziehen Kinderblicke mit bunten Bildern, Sammelbons, Rätseln oder Spielfiguren an – eine solche Bewerbung in den Medien würde klar gegen die Selbstverpflichtung der Werbewirtschaft und Lebensmittelproduzenten verstoßen.

"Für den Verzicht auf kinderbezogene Werbung auf den Produkten selbst gibt es leider noch keine Selbtverpflichtung der Anbieter", bedauert Ernährungsexpertin Veronika Wrobel von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Unmissverständlich stellt sie klar: "Kinder brauchen keine Extrawürste, spätestens ab dem Ende des ersten Lebensjahres ist für Kinder die normale Erwachsenenkost in altersgerechter Menge völlig in Ordnung!"
Bei Marktbegehungen in der Vergangenheit stimmten besonders überdosierte Nährstoffzugaben bedenklich. In diesem Punkt kann nach dem aktuellen Marktcheck in Brandenburg entwarnt werden: Rund 58 Prozent der mit Vitamin- und Mineralstoffzusatz beworbenen Produkte waren gerade so hoch angereichert, dass laut Gesetz die Werbung erlaubt ist. – also bestenfalls unwirksam. Unter den restlichen 42 Prozent gab es vereinzelt "Vitaminpakete" wie Fruchtbonbons, von denen schon ein einziger den Tagesbedarf eines fünfjährigen Kindes an B 6 zu 60 Prozent deckt. Und das, obwohl Kinder nach einer im Auftrag der Bundesregierung erstellten Studie des Robert-Koch-Instituts nicht unter B-6-Mangel leiden (www.kiggs.de). Ähnlich sieht es bei einigen Cornflakessorten aus. Gesünder werden die Produkte dadurch nicht - im Gegenteil: Zu viele zugesetzte Stoffe können problematisch sein. Deshalb sollte man sich mittels Zutatenliste und Nährwerttabelle vergewissern, was wirklich drin ist. Hier erfährt man auch, ob das Produkt sehr fett und süß ist, wie es eine Analyse der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen vom Januar 2009 vielen "Kinderlebensmitteln" bescheinigen musste.

"Häufig sind angereicherte Lebensmittel also nicht gesünder, aber deutlich teurer als andere", verweist Verbraucherschützerin Wrobel auf die aktuellen Untersuchungsergebnisse. Eltern gibt sie als Faustregel zum Einkauf mit auf den Weg: "Wählen Sie auch für Ihre Kinder die Lebensmittel aus, die schmecken, wenig Fett und zugesetzten Zucker enthalten und möglichst naturbelassen sind!" Von Bildern, Zugaben und flotten Werbesprüchen sollte man sich dagegen nicht beeindrucken lassen – so kaufe man in der Regel auch günstiger ein.

Ganz praktisch zeigen die Ernährungsberaterinnen in den Beratungsstellen Potsdam, Cottbus, Brandenburg a. d. H., Rathenow und Eberswalde mit einem Infotisch (siehe Anlage) im April, welche Produkte sich wie für die ausgewogene Ernährung von Kindern eignen. Nähere Auskünfte dazu und individuellen Rat zum Thema erhalten interessierte Eltern und Pädagogen unter 01805 / 79 13 52 jeden Mo, Mi, Do von 10 bis 16 Uhr (14 Ct/min a. d. dt. Festnetz, Mobilfunk abweichend).

Beispielvergleich für Gesundheits- und Preisbewusste:
Kinderlebensmittel - herkömmliche Produkte:

100 g "Kinderkeks" ca. 1,11 € - 100 g Vollkornkeks ca. 0,22 € - Sie sparen:0,89 €

100 ml "Kidsgetränk" ca. 0,17 € - 100 ml selbst gemachte Apfelschorle ca. 0,06 € - Sie sparen: 0,11 €

100 g Kinderjoghurt ca. 0,50 € - 100 g selbst zubereiteter Joghurt ca. 0,13 € - Sie sparen: 0,37 €



Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

TitelDok.-TypGröße
Werbung für "Kinderlebensmittel"Werbung für "Kinderlebensmittel".pdf PDF618.4 KB


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Brandenburg, Templiner Strasse 21, 14473 Potsdam
Sie finden es im Internet unter: http://www.vzb.de/link549201A.html