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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Brandenburg

13.05.2009
Kaum "Ohne-Gentechnik"-Produkte im Supermarkt
Verbraucherzentrale kritisiert dürftiges Sortiment in den Regalen

Drei Viertel der Bundesbürger würden sich laut aktuellen Meinungsumfragen dafür entscheiden, tierische Lebensmittel mit dem Label "ohne Gentechnik" zu kaufen, falls diese gekennzeichnet wären. Doch die Verbraucher suchen fast immer vergeblich nach diesen begehrten Produkten im Supermarktregal. Eine Liste der Verbraucherzentrale Hamburg im Internet weist spärliche 14 Anbieter auf, die Lebensmittel mit dem Label "ohne Gentechnik" anbieten.

Mit diesem Label können Firmen seit dem 1. Mai 2008 freiwillig tierische Lebensmittel von Kühen, Schweinen oder Hühnern kennzeichnen. Voraus-setzung: Diese dürfen von einer bestimmten Frist vor Schlachtung, Milchproduktion oder Eierlegung keine Futtermittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen (Gen-Mais oder Gen-Soja) zu fressen bekommen haben. "Die geringe Verbreitung des Labels lässt vermuten, dass diese Futtermittel in großem Umfang eingesetzt werden, ohne dass die Verbrau-cher das erfahren. Solange der Gegenbeweis fehlt, müssen Verbraucher davon ausgehen, dass nicht mit ‚ohne Gentechnik’ gekennzeichnete Produkte wie Milch, Eier oder Fleisch mit Gentechnik in Berührung gekommen sind", erklärt Annett Reinke von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Erst kürzlich wies Greenpeace den Lieferanten von Milch-marken wie "Weihenstephan", "Bärenmarke" und "Allgäuland", die in ihrer Werbung Landidylle zeigen, die Fütterung ihrer Kühe mit gentechnisch verändertem Sojaschrot nach.

Die fehlende Transparenz wird durch die Kennzeichnungslücke für tierische Lebensmittel ermöglicht. Sie müssen trotz des Einsatzes von gentechnisch veränderten Futtermitteln nicht als "gentechnisch verändert" gekennzeich-net werden. So gelangen Lebensmittel "durch die Hintertür" in die Super-marktregale, obwohl die große Mehrheit der Verbraucher diese nicht will.
"Wenn die Anbieter nicht freiwillig dem weit verbreiteten Bedürfnis der Verbraucher nach Wahlfreiheit nachkommen, sollte nach Auffassung der Verbraucherzentrale die Politik ‚Nägel mit Köpfen machen’ und die Kennzeichnung ‚ohne Gentechnik’ verpflichtend einführen", fordert Reinke. Das hätte auch den Vorteil, dass ein einheitliches Label für Klarheit sorgt. Bisher sind die Labels je nach Anbieter unterschiedlich gestaltet. Das führt zu weiterer Verwirrung bei Verbrauchern und fördert nicht den Bekannt-heitsgrad des Zeichens. Auch der Handel sollte sich nicht länger aus seiner Verantwortung stehlen und dem Wunsch der Verbraucher nach Lebensmit-teln ohne Gentechnik nachkommen. Das könnte beispielsweise mit Eigenmarken gelingen, die das Logo "ohne Gentechnik" tragen.
Eine Zusammenstellung der Produkte mit dem Label "ohne Gentechnik" ist im Internet unter www.vzhh.de veröffentlicht.

Fragen dazu sowie generell zu Ernährung und Lebensmittelrecht beantworten die Ernährungsberaterin-nen der Verbraucherzentrale
  • in den Beratungsstellen,
    Terminvereinbarung unter 01805 / 00 40 49 jeden Mo bis Fr von 9 bis 16 Uhr (14 Ct/min a. d. dt. Festnetz, Mobilfunk abweichend) - sowie
  • am Beratungstelefon unter 01805 / 79 13 52 jeden Mo, Mi, Do von 10 bis 16 Uhr (14 Ct/min a. d. dt. Festnetz, Mobilfunk abweichend).


    Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


  • Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
    Verbraucherzentrale Brandenburg, Templiner Strasse 21, 14473 Potsdam
    Sie finden es im Internet unter: http://www.vzb.de/link566511A.html