Anlässlich einer Podiumsdiskussion am Mittwoch in Brandenburg a. d. H. bekräftigte die Verbraucherzentrale Brandenburg Forderungen nach praxistauglichen Maßnahmen für eine Stärkung der Verbraucherposition im Alltag. Beispielhaft brachte Verbraucherschützerin Sabine Fischer-Volk eine
bedarfsgerechte Verbraucherbildung in der Schule, das Wirksamwerden von telefonisch geschlossenen Verträgen nach unlauteren Werbeanrufen erst nach schriftlicher Bestätigung und handhabbare Regelungen für Vorsorgedokumente ins Gespräch.
Geladen hatten die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries und die Bundestagsabgeordnete Dr. Margrit Spielmann (SPD) zur öffentlichen Debatte. Mit großer Resonanz unter den anwesenden Brandenburgern wurden alltägliche Probleme der Bürgerinnen und Bürger und Möglichkeiten zur Abhilfe erörtert. Die Vorschläge der Verbraucherzentrale, die aus 19 Jahren Beratungserfahrung
vor Ort und dem bundesweiten Netzwerk der Landesverbände abgeleitet werden, fanden bei den Verbrauchern großen Anklang.
So erläuterten die Verbraucherschützer, wie beispielsweise mit einer "Werberallye" der Umgang mit Werbung jugendgemäß im Schulunterricht vermittelt werden kann. Noch weiter ging die Bundesjustizministerin daraufhin mit ihrem Vorschlag, die Verbraucherzentrale selbst könne doch zu solchen Themen unterrichten. Die Verschärfung der gesetzlichen Regelungen
zur unlauteren Telefonwerbung wurde grundsätzlich begrüßt, doch notwendige Nachbesserungen angemahnt – zum Beispiel, indem telefonisch "aufgeschwatzte" Verträge erst nach ausdrücklicher schriftlicher Bestätigung durch die Angerufenen wirksam würden. Darüber hinaus unterstrich die Vertreterin der Verbraucherzentrale die Forderung ihres Bundesverbandes, dass die Bundesregierung praxistaugliche gesetzliche Regelungen für die Umsetzung des persönlichen Willens der Menschen in einer Patientenverfügung treffen solle. Nach den Erfahrungen der Verbraucherschützer wollen viele Brandenburger vorsorgen, brauchen aber deutlich mehr Aufklärung und Rechtssicherheit als bisher.
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