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Beratungsstellen

Service für Journalistinnen und Journalisten

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Brandenburg

08.09.2009
Täglich 650 Gramm Obst und Gemüse sinnvoll
Deutsche zahlen Milliarden für fragwürdige Zusätze

Die Deutschen essen zu wenig Obst und Gemüse - dieses Ergebnis der Zweiten Nationalen Verzehrstudie ist keine Überraschung. Doch dass mittlerweile knapp ein Drittel (28 %) aller Befragten Nahrungsergänzungsmittel und mit Nährstoffen angereicherte Arzneien zu sich nimmt und dafür 1,5 Milliarden Euro jährlich ausgibt, steht für erfolgreiches Marketing der Vitaminlobby. "Tatsächlich können isolierte Vitamine und Mineralstoffe Obst und Gemüse nicht ersetzen", schätzt Ernährungsberaterin Heidrun Franke von der Verbraucherzentrale Brandenburg ein: "Sie schaffen ein trügerisches Bild guter Versorgung."

Täglich 250 Gramm Obst empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – diese Menge erreichen nur knapp vier von zehn der insgesamt 19.329 Befragten. Schlimmer sieht es bei Gemüse aus: Hier liegen 87 Prozent der Befragten unter der DGE-Empfehlung von 400 Gramm pro Tag. Unkompliziert wird ungesunde Ernährung mit nährstoffangereicherten Getränken oder Vitamin- und Mineralstoffpräparaten geschönt. Bestenfalls werden noch die hohen Preise kritisiert, über Risiken und Nebenwirkungen hingegen wird kaum gesprochen und selten sind Arzt oder Apotheker über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln informiert.

Es genüge nicht, die mangelhafte Nährstoffversorgung durch die Zufuhr isolierter Vitamine und Mineralstoffe aufzubessern, denn "Obst und Gemüse enthalten neben Vitaminen und Mineralien vor allem sekundäre Pflanzen- und Ballaststoffe, die angereicherten Lebensmitteln und Pillen fehlen", begründet Franke: "Untersuchungen haben die Vorzüge der natürlichen Mischung gezeigt - am besten täglich fünf Portionen Obst oder Gemüse bunt gemixt." Gelegentlich eine durch Saft oder Smoothies zu ersetzen sei kein Problem, doch als Komplettersatz taugten sie nicht, da sie nicht das gesamte Spektrum wertvoller Substanzen liefern und nicht satt machen.

Fragen zum Thema Ernährung und Lebensmittelrecht beantworten die Ernährungsberaterinnen der Verbraucherzentrale
  • in den Beratungsstellen,
    Terminvereinbarung unter 01805 / 00 40 49 jeden Mo bis Fr von 9 bis 16 Uhr (14 Ct/min a. d. dt. Festnetz, mobil abweichend) - sowie
  • am Beratungstelefon unter 01805 / 79 13 52 jeden Mo, Mi, Do von 10 bis 16 Uhr (14 Ct/min a. d. dt. Festnetz, mobil abweichend).


    Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


  • Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
    Verbraucherzentrale Brandenburg, Templiner Strasse 21, 14473 Potsdam
    Sie finden es im Internet unter: http://www.vzb.de/link606811A.html