Regionale Lebensmittel stehen hoch im Kurs: Laut Forsa achten immerhin 65 Prozent der Verbraucher beim Lebensmittelkauf darauf. Dennoch sind selbst die staatlich geförderten Landeszeichen alles andere als eine Garantie für regionale Herkunft, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Die Verbraucherzentralen als Auftraggeber der Untersuchung fordern deshalb in einem Positionspapier zur verbrauchergerechten Kennzeichnung von regionalen Lebensmitteln einheitliche und klare Regelungen für Kontrollen, Herkunft und Qualitätsangaben von Regionalprodukten, damit das Vertrauen der Verbraucher nicht für irreführende Werbung missbraucht werden kann.
So erwarten Verbraucher von Regionalprodukten, dass die Zutaten zumindest überwiegend aus der Region stammen und dass das Erzeugnis in der Region hergestellt wird. Diese Erwartungen erfüllen die untersuchten 14 regionalen Länderzeichen selten, belegt die Studie zur "Transparenzerhebung der regionalen Landesprogramme". Obwohl Verbraucher staatlichen Zeichen stärker vertrauen als Siegeln von Herstellern und Handel, sind die tatsächlichen Anforderungen sehr unterschiedlich: In Schleswig-Holstein müssen beispielsweise verarbeitete Produkte nur zu 51 Prozent aus Zutaten regionaler Herkunft stammen, während Baden-Württemberg für Fleischerzeugnisse 100 Prozent fordert. Auch das brandenburgische Qualitätszeichen "pro agro geprüft" beschreibt für Verbraucher nicht nachvollziehbare unterschiedliche Anforderungen für die verschiedenen Erzeugnisgruppen, so dass es nicht verwundert, dass das Zeichen im Handel kaum noch eine Rolle spielt.
Verbraucher wollen sich gut orientieren können. Daher fordern die Verbraucherzentralen klare Regeln für regionale Lebensmittel - und das nicht nur bei staatlichen Siegeln, sondern auch für Werbung mit regionaler Herkunft durch Hersteller und im Handel. So sollte aus der Produktkennzeichung deutlich hervorgehen, auf welche Region und welche Produktionsschritte sich die regionale Bewerbung bezieht und welche Zutaten tatsächlich aus dieser Region stammen. Ein bundesweit einheitliches Niveau bei der Herkunftskennzeichnung sowie bei deren Kontrollen und Sanktionen wären ein großer Schritt in Richtung Transparenz für die heute noch sehr unterschiedlichen Landeszeichen.
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