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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Brandenburg

14.06.2011
Lebensmittel aus der Region – wirklich?

Verbraucherzentrale weist auf fehlende Transparenz hin

Rund zwei Drittel der deutschen Verbraucher bevorzugen Lebensmittel, die in der Region aus heimischen Rohstoffen erzeugt wurden. "Doch Werbeslogans wie ‚Aus unserer Region’ oder ‚Gutes aus dem Osten’ bleiben oft nicht nachprüfbar", kritisiert Annett Reinke von der Verbraucherzentrale Brandenburg nach einem Marktcheck und fordert: "Für eine klare Information der Verbraucher benötigen wir gesetzlich verbindliche Kriterien für die Regionalkennzeichnung von Lebensmitteln!" Bei der Mehrheit der regional beworbenen Lebensmittel bliebe laut Prüfung vom Mai 2011 die Herkunft der Rohstoffe bei näherem Hinsehen im Dunkeln.

Bei ihrer Kontrolle hatte die Verbraucherzentrale Brandenburg insgesamt 61 regional beworbene Produkte aus sechs Angebotsblättern verschiedener Handelsunternehmen "unter die Lupe genommen". Obwohl sie mit "Gutes aus der Heimat" oder "Bestes aus Brandenburg" beworben wurden, war bei über 90 Prozent dieser Lebensmittel weder im Werbeblatt noch am Produkt oder im Verkaufsregal erkennbar, ob die Zutaten tatsächlich aus der Region stammen. "Häufig werden die Verbrauchererwartungen nach heimischer Frische aus der Umgebung enttäuscht, denn die Zutaten kommen von weit her und werden lediglich in regionalen Betrieben verarbeitet oder abgefüllt", erläutert die Verbraucherschützerin. Auch Firmennamen oder Markenbezeichnungen suggerieren oft eine regionale Herkunft - wie "Mark Brandenburg" bei Milchprodukten des Herstellers Campina, der Milch und Quark beispielsweise in Nordrhein-Westfalen abfüllt, oder "Eberswalder" (Bratwurst) und "Werder Feinkost" (Ketchup), die offen lassen, ob der Ort mit Rohstoffen, Verarbeitung, Abfüllung oder spezieller Rezeptur zu tun hat. Bis dahin hilft nur Nachfragen oder Einkauf beim Erzeuger vor Ort.

"Die fehlende rechtliche Regelung von Regionalwerbung führt zur Irreführung der Verbraucher", stellt Lebensmittelrechtlerin Reinke fest. "Da sie im Vertrauen auf die regionale Herkunft der Rohstoffe regional beworbener Produkte häufig mehr bezahlen, sollte der Gesetzgeber mit einheitlichen Kriterien Verlässlichkeit schaffen."

Individuellen Rat zu gesunder Ernährung und Lebensmitteln erhalten Interessierte
  • in den Beratungsstellen,
    Terminvereinbarung unter 01805 / 00 40 49 jeden Mo bis Fr von 9 bis 16 Uhr (14 ct/min a. d. dt. Festnetz, mobil max. 42 ct/min) - sowie
  • am Beratungstelefon unter 01805 / 79 13 52 jeden Mo u. Do von 10 bis 16 Uhr (14 ct/min a. d. dt. Festnetz, mobil max. 42 ct/min).


    Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


  • Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
    Verbraucherzentrale Brandenburg, Templiner Strasse 21, 14473 Potsdam
    Sie finden es im Internet unter: http://www.vzb.de/link896781A.html